Hund & Katze bei Hitze: 25 Tipps für heiße Sommertage

Hund & Katze bei Hitze: 25 Tipps für heiße Sommertage

Ratgeber · Lesezeit etwa 12 Minuten

Kennen Sie das? Draußen flimmert die Luft, und während Sie sich in den Schatten zurückziehen, liegt Ihr Hund hechelnd auf den Fliesen oder Ihre Katze sucht sich das kühlste Eckchen der Wohnung. An heißen Sommertagen kommen unsere Vierbeiner deutlich schneller ins Schwitzen als wir, und das im wahrsten Sinne nur mit halber Kraft. Denn Hunde und Katzen können ihre Körpertemperatur längst nicht so gut regulieren wie Menschen. Was für uns ein lauer Sommertag ist, kann für ein Tier mit dichtem Fell zur echten Belastung werden.

Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Handgriffen sorgen Sie dafür, dass Ihr Liebling die heiße Jahreszeit entspannt übersteht. In diesem Ratgeber finden Sie 25 alltagstaugliche Tipps, von der kühlen Wohnung über das richtige Trinken bis zur Erfrischung für unterwegs. Wir haben die Empfehlungen in fünf Teile gegliedert, mit eigenen Kapiteln für Hund und Katze, dazu Rezepte zum Selbermachen und einen klaren Notfallplan für den Fall, dass es doch einmal zu heiß wird.

Warum Hund und Katze bei Hitze schneller an ihre Grenzen kommen

Menschen haben Millionen Schweißdrüsen über den ganzen Körper verteilt. Verdunstet der Schweiß auf der Haut, kühlt das den Körper spürbar ab. Hunde und Katzen besitzen diese Möglichkeit kaum. Beide haben nur an den Pfotenballen Schweißdrüsen, und die dienen vor allem der Reviermarkierung, nicht der Kühlung. An sehr heißen Tagen hinterlässt eine Katze deshalb manchmal winzige feuchte Pfotenabdrücke auf dem Boden, mehr Kühlung bringt das aber nicht.

Stattdessen behelfen sich unsere Tiere anders. Der Hund hechelt: Über die feuchte Zunge und die Schleimhäute im Maul verdunstet Flüssigkeit, und das senkt die Temperatur. Je heißer es ist, desto schneller atmet er, und desto mehr Flüssigkeit verliert er dabei. Die Katze putzt sich häufiger und feuchtet so ihr Fell an. Über die entstehende Verdunstungskälte kühlt sie sich ein Stück weit selbst ab. Beide Mechanismen stoßen jedoch an Grenzen, sobald die Umgebung dauerhaft zu warm ist und kein kühler Rückzugsort zur Verfügung steht.

Für Hunde wird es bei Temperaturen ab etwa 27 Grad anstrengend, für ältere Tiere und kurznasige Rassen oft schon früher. Wird der Kreislauf überfordert, droht ein Hitzschlag, der lebensgefährlich sein kann. Auch Katzen, die als Nachfahren von Wüstentieren eigentlich als sonnenliebend gelten, leiden, wenn sie sich nicht selbst abkühlen können. Wer die Anzeichen kennt und ein paar Vorkehrungen trifft, nimmt der Hitze den größten Schrecken. Darum geht es auf den nächsten Abschnitten.

Getigerte Katze liegt entspannt auf kühlen Fliesen vor einem abgedunkelten Fenster, im Hintergrund ein dösender heller Hund

Teil 1

Ein kühles Zuhause schaffen

Das Zuhause ist der wichtigste Rückzugsort für Hund und Katze, gerade dann, wenn Sie tagsüber außer Haus sind. Mit ein paar Gewohnheiten halten Sie die Wohnung angenehm temperiert, ohne dass eine Klimaanlage laufen muss.

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Morgens lüften, tagsüber abdunkeln

Die kühlste Luft des Tages gibt es früh am Morgen und spät am Abend. Reißen Sie dann die Fenster weit auf und lassen Sie ordentlich durchziehen. Sobald es draußen wärmer wird als drinnen, schließen Sie die Fenster wieder und dunkeln ab, mit Rollläden, Jalousien, Vorhängen oder Hitzeschutzfolien. Besonders Dachwohnungen heizen sich sonst schnell auf. So bleibt es in den Räumen mehrere Grad kühler, und Ihr Tier findet den ganzen Tag über ein erträgliches Plätzchen.

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Kühle Rückzugsorte anbieten

Hunde und Katzen suchen sich instinktiv die kühlsten Stellen im Haus. Geben Sie ihnen die Gelegenheit dazu. Fliesen im Bad, ein Platz im Keller, der schattige Flur oder der kühle Steinboden vor dem Kamin werden im Sommer gern angenommen. Wichtig ist, dass Ihr Tier diese Orte jederzeit selbstständig erreichen und auch wieder verlassen kann. Stellen Sie sicher, dass keine Tür ins Schloss fällt und den Weg zum Lieblingsplatz versperrt.

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Kühle Liegeflächen schaffen

Dunkle Böden, auf die die Sonne fällt, werden erstaunlich heiß. Legen Sie ein helles Tuch oder ein altes Handtuch darüber, an sehr heißen Tagen ruhig leicht angefeuchtet. Auch spezielle Kühlmatten sind beliebt: Sie sind mit Gel oder Wasser gefüllt und geben eine Weile angenehme Kühle ab.

Gut zu wissen

Kühlmatten mit Gelfüllung gehören nur unter Aufsicht ins Körbchen. Beißt ein Tier die Matte auf, kann das Gel in den Magen gelangen. Für Nagerfreudige und junge Hunde sind wassergefüllte Matten oder schlicht ein feuchtes Handtuch die sichere Wahl.

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Gefrorene Wasserflaschen als kühle Quelle

Ein einfacher und kostenloser Trick: Frieren Sie Wasserflaschen ein und legen Sie sie, in ein dickes Handtuch gewickelt, an den Lieblingsplatz Ihres Tieres. Der Vierbeiner kann sich daneben legen und die Kühle genießen, ohne direkten Kontakt zum kalten Kunststoff. Für Katzen lässt sich daraus mit wenig Aufwand ein kleiner Rückzugsort basteln.

Anleitung zum Selbermachen

Der Katzenkühlschrank

Sie brauchen: zwei bis drei Wasserflaschen, einen stabilen Karton, eine Decke und ein Cuttermesser.

  1. Füllen Sie die Flaschen mit Wasser, aber nicht ganz voll, da sich Wasser beim Gefrieren ausdehnt. Ab damit ins Gefrierfach.
  2. Schneiden Sie eine Türöffnung in den Karton. Je kleiner die Öffnung, desto besser hält sich die Kühle.
  3. Stellen Sie die gefrorenen Flaschen an die Rückwand.
  4. Legen Sie die Decke über die Flaschen, damit Ihre Katze keinen direkten Kontakt zum kalten Kunststoff hat.

Achten Sie darauf, dass es Ihrer Katze nicht zu kalt wird und sie jederzeit bequem hinaussteigen kann. Der Trick funktioniert auch ohne Karton, einfach die eingewickelten Flaschen auf den Boden legen. Viele Hunde legen sich ebenfalls gern daneben.

Getigerte Katze liegt entspannt in einem selbstgebauten Katzenkühlschrank aus Karton mit in Handtücher gewickelten gefrorenen Wasserflaschen
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Ventilator und Klimaanlage mit Bedacht einsetzen

Ein Luftzug kann angenehm sein, birgt bei Tieren aber Tücken. Ein ständiger kalter Luftstrom kann zu Bindehautentzündungen oder Erkältungen führen. Lassen Sie Ihr Tier deshalb nie dauerhaft direkt im Zugwind sitzen und neugierige Katzen nie unbeaufsichtigt am laufenden Ventilator, an dessen Rotorblättern sie sich verletzen könnten. Richten Sie den Ventilator lieber so aus, dass er die Luft im Raum bewegt, statt direkt auf den Schlafplatz zu blasen.

Heller Hund trinkt an einem heißen Sommertag aus einem Edelstahlnapf, im Hintergrund eine getigerte Katze an einer zweiten Schale

Teil 2

Richtig trinken und leichter fressen

An heißen Tagen verlieren Hund und Katze mehr Flüssigkeit als sonst. Gleichzeitig sinkt bei vielen Tieren der Appetit. Beides lässt sich mit ein paar Kniffen gut auffangen.

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Mehrere Wasserstellen schaffen

Je mehr Gelegenheiten zum Trinken, desto besser. Verteilen Sie mehrere Näpfe mit frischem Wasser in der Wohnung und im Garten, so muss Ihr Tier nie weit laufen. Als Faustregel für Hunde gilt ein Bedarf von rund 40 bis 50 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Bei starker Hitze kann er auf 100 bis 150 Milliliter pro Kilogramm steigen. Kontrollieren Sie die Näpfe mehrmals täglich und füllen Sie frisches Wasser nach.

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Trinken schmackhaft machen

Manche Tiere trinken zu wenig. Hier hilft ein kleiner Anreiz. Viele Katzen bevorzugen große, flache Gefäße oder fließendes Wasser und nehmen einen Trinkbrunnen begeistert an. Hunde mögen es oft, wenn dem Wasser ein Schuss ungesalzene Brühe beigemischt wird. Näpfe aus Keramik oder Edelstahl sind geschmacksneutraler als solche aus Kunststoff und werden häufig lieber angenommen. Ein flaches Schälchen mit Wasser lädt Katzen außerdem dazu ein, spielerisch die Pfoten hineinzutauchen und sich so ganz nebenbei abzukühlen.

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Kleinere Portionen, leichtere Kost

So wie wir bei Hitze weniger Hunger haben, geht es auch unseren Tieren. Bieten Sie statt einer großen Mahlzeit lieber mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt an. Das belastet den Kreislauf weniger. Bewegt sich Ihr Tier im Sommer ohnehin weniger, dürfen Sie die Gesamtmenge etwas reduzieren, damit kein Übergewicht entsteht. Leichte, feuchte Kost wird bei Wärme oft lieber gefressen als trockenes Futter.

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Auf Frische achten

Nassfutter verdirbt bei Wärme deutlich schneller. Lassen Sie es nicht stundenlang im Napf stehen, sondern füttern Sie kleinere Mengen und entfernen Sie Reste zügig. So beugen Sie Magenverstimmungen vor, die bei Hitze ohnehin leichter auftreten.

Heller Hund spaziert entspannt über einen schattigen Waldweg an einem Bach an einem heißen Sommertag

Teil 3

So kommt der Hund gut durch heiße Tage

Hunde wollen auch im Sommer nach draußen, und das ist gut so. Mit der richtigen Planung wird der Spaziergang zum Vergnügen statt zur Anstrengung.

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Gassirunden in die kühlen Stunden legen

Verlegen Sie die längeren Runden auf den frühen Morgen und den späten Abend, wenn die Luft am kühlsten ist. In der Mittagshitze reicht ein kurzer Gang, um sich zu lösen. Planen Sie unterwegs schattige Pausen ein und nehmen Sie immer Wasser mit, für Ihren Hund und für sich selbst. Ein schattiger Waldweg, gern an einem Bach entlang, ist bei Hitze deutlich angenehmer als die Runde über sonnendurchglühten Asphalt.

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Heißen Asphalt meiden und die Pfoten schützen

Was viele unterschätzen: Asphalt und Pflaster speichern die Sonnenwärme und werden weit heißer als die Luft. Empfindliche Ballen können darauf regelrecht verbrennen. Weichen Sie deshalb auf Gras- und Waldwege aus und führen Sie Ihren Hund über schattige Strecken.

Gut zu wissen

Der Handrücken-Test

Legen Sie vor dem Losgehen den Handrücken für einige Sekunden auf den Boden. Ist der Belag für Ihre Haut zu heiß, ist er auch für die Pfoten Ihres Hundes zu heiß. An Sonnentagen heizen sich Asphalt und dunkles Pflaster auf bis zu 50 bis 60 Grad auf. Dann gilt: im Schatten bleiben oder auf Wiese und Waldboden ausweichen.

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Baden und Wasserspiele anbieten

Die schönste Abkühlung ist für viele Hunde das Wasser. Ein See, ein flacher Bach oder ein Hundepool im Garten sorgen für Freude und Erfrischung. Schon eine kleine Wanne oder ein Rasensprenger lockt viele Vierbeiner. Achten Sie dabei auf ein paar Sicherheitspunkte.

Gut zu wissen

Vorsicht am und im Wasser

Stehende Gewässer können bei Hitze Blaualgen bilden, die für Hunde giftig sind. Meiden Sie trübe, grünlich schimmernde Tümpel. Lassen Sie Ihren Hund außerdem nicht zu lange und zu wild im Wasser toben, da er beim Schwimmen und Apportieren viel Wasser schlucken kann. Erste Anzeichen einer Überwässerung sind Unruhe, Erbrechen und Koordinationsstörungen. Nach dem Bad im Salz- oder Seewasser spülen Sie das Fell mit klarem Wasser ab.

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Verdunstungskälte gezielt nutzen

Feuchten Sie vor dem Spaziergang Beine und Bauch Ihres Hundes leicht an, so kühlen Sie die Gliedmaßen, ohne das ganze Fell zu durchnässen. Eine Sprühflasche mit kühlem Wasser leistet gute Dienste. Für zu Hause gibt es ein feuchtes Handtuch zum Daraufliegen. Wichtig: Breiten Sie das Tuch nicht über den Hund, denn das behindert die Luftzirkulation und kann einen Hitzestau verursachen. Ihr Hund legt sich lieber selbst darauf, ähnlich wie auf kühle Fliesen. Für Ausflüge eignet sich eine Kühlweste, die über Verdunstung kühlt.

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Den Hund niemals im Auto lassen

Das ist der wichtigste Punkt überhaupt. Ein parkendes Auto wird in kürzester Zeit zur lebensgefährlichen Falle.

Gut zu wissen

Lebensgefahr Auto

Schon bei 24 Grad Außentemperatur klettert die Innentemperatur eines Autos in der Sonne innerhalb von 30 Minuten auf rund 40 Grad. Bei 30 Grad draußen sind es bald über 50 Grad. Auch ein gekipptes Fenster oder ein Schattenplatz helfen kaum. Lassen Sie Ihren Hund an warmen Tagen grundsätzlich nicht allein im Fahrzeug, auch nicht kurz.

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Hundeeis als Erfrischung von innen

Eine kühle Leckerei kommt bei den meisten Hunden bestens an und beschäftigt sie nebenbei.

Rezept zum Selbermachen

Hundeeis, drei Rezepte zum Selbermachen

Klassiker Bananen-Joghurt (cremig und mild)

  • 1 sehr reife Banane
  • 150 g laktosefreier Naturjoghurt
  • ein paar Heidelbeeren als Topping
  • optional ein kleiner Klecks Erdnussbutter (ungesalzen, ohne Zucker, unbedingt ohne Xylit)

Banane fein zerdrücken, alle Zutaten glatt rühren, in Silikonförmchen füllen und mehrere Stunden einfrieren. Die reife Banane sorgt dafür, dass das Eis cremig bleibt und nicht steinhart wird.

Herzhaft mit Leberwurst (der Renner bei den meisten Hunden)

  • 1 bis 2 Esslöffel hundegeeignete Leberwurst (ohne Zwiebeln, Knoblauch und Gewürze)
  • 2 Esslöffel Hüttenkäse oder laktosefreier Quark
  • 1 Teelöffel Öl (zum Beispiel Lachs-, Lein- oder Olivenöl)
  • ein kleiner Schuss Wasser oder ungesalzene Brühe

Alles cremig verrühren, in eine Form oder ein befüllbares Spielzeug geben und mindestens vier Stunden einfrieren.

Leicht und bekömmlich mit Obst und Gemüse (auch für empfindliche Mägen)

  • 1 kleine gekochte, fein pürierte Möhre
  • 1/2 geschälter, entkernter Apfel, fein gerieben oder püriert
  • 2 Esslöffel laktosefreier Naturjoghurt oder Hüttenkäse

Alles gut vermengen, in kleine Formen füllen und über Nacht einfrieren.

Blitz-Varianten für eilige Tage: ungesalzene Brühe pur in Eiswürfelformen einfrieren (besonders kalorienarm), Naturjoghurt oder Quark pur einfrieren, oder etwas Lieblingsnassfutter mit Wasser pürieren und einfrieren.

Wichtig: Hundeeis ist ein Snack, keine Mahlzeit. Rechnen Sie es in die Tagesration ein, reichen Sie kleine Portionen und servieren Sie das Eis leicht angetaut, nicht steinhart.

Selbstgemachtes Hundeeis in Silikonförmchen und in einem befüllbaren Spielzeug, garniert mit frischen Heidelbeeren

Geheimtipp

Kong und Schleckmatte gegen das Schlingen

Füllen Sie die Eismasse in einen Kong oder streichen Sie sie auf eine Schleckmatte, bevor sie ins Gefrierfach kommt. So schleckt Ihr Hund langsam statt zu schlingen, das beugt Bauchschmerzen vor und beschäftigt ihn an heißen Nachmittagen gleich viel länger. Ein Brett unter der Schleckmatte gibt zusätzlichen Halt.

Getigerte Katze streckt sich entspannt auf einem kühlen, schattigen Steinplatz an einem heißen Sommertag

Teil 4

So bleibt die Katze gelassen bei Hitze

Katzen regeln vieles selbst, wenn man sie lässt. Wohnungskatzen sind dabei stärker auf unsere Hilfe angewiesen als Freigänger, die sich ihr kühles Plätzchen im Garten suchen.

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Selbstständige Rückzugsorte ermöglichen

Geben Sie Ihrer Katze die Freiheit, sich ihren eigenen kühlen Ort zu suchen, sei es auf den Badezimmerfliesen, im Keller oder unter einem Möbelstück. Darf sie auf einen gesicherten Balkon, sorgen Sie auch dort für Schatten und einen Weg zurück nach drinnen.

Gut zu wissen

Sichern Sie Fenster beim Lüften gut ab. Auf keinen Fall sollten Sie Fenster in Kippstellung offen lassen, wenn die Katze unbeaufsichtigt ist. Rutscht sie in den Spalt, kann das schwere Verletzungen zur Folge haben. Sichere Fenstergitter oder Schutznetze schaffen Abhilfe.

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Fellpflege intensivieren

Bei Wärme verlieren Katzen mehr Haare. Regelmäßiges Bürsten entfernt die losen Haare, die das Tier sonst unnötig belasten, und tut gerade langhaarigen Katzen gut. Bei Freigängern lohnt es sich, das Fell dabei gleich nach Zecken und anderen Parasiten abzusuchen, die im Sommer besonders aktiv sind.

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Sanfte Abkühlung mit Wasser

Die meisten Katzen mögen kein Vollbad, nehmen aber gern etwas Wasser über die Pfoten auf. Stellen Sie eine flache Schale mit etwas Wasser und einem schwimmenden Spielzeug bereit oder lassen Sie ein wenig Wasser ins Waschbecken. Der Wasserstand sollte immer so niedrig sein, dass keine Gefahr besteht, falls die Katze doch einmal ausrutscht. Ein Trinkbrunnen verbindet Trinken und Spielen mit einem angenehmen Kühleffekt.

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Verdunstungskälte für die Katze nutzen

Katzen kühlen sich über ihr angefeuchtetes Fell selbst ab. Diesen Effekt können Sie sanft unterstützen, indem Sie das Fell zwischendurch mit einem feuchten, nicht nassen Tuch abreiben. Auch ein Plätzchen unter dem Wäscheständer, an dem feuchte Handtücher hängen, wird an heißen Tagen gern angenommen.

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Katzeneis servieren

Ein kleiner gefrorener Snack bringt Abwechslung, sofern er zur empfindlichen Katzenverdauung passt.

Rezept zum Selbermachen

Katzeneis, drei Rezepte zum Selbermachen

Das schnellste Katzeneis mit Nassfutter

Einen Beutel des liebsten Nassfutters mit etwas Wasser cremig pürieren, in eine Eiswürfelform füllen und einfrieren. Ideal, um herauszufinden, wie Ihre Katze auf Eis reagiert.

Brühwürfel

Ungewürzte Fleisch- oder Gemüsebrühe ohne Zwiebeln, Knoblauch und Salz in Eiswürfelformen einfrieren. Katzen lecken die aromatischen Würfel gern auf.

Tropisches Hühnchen-Eis (etwas aufwendiger, dafür ein Festmahl)

  • 150 g sehr fein gewolftes Hühnchen
  • 1 Esslöffel Kokosflocken
  • 1 Teelöffel klein geschnittene Katzenminze
  • 2 Esslöffel Katzenmilch
  • 1 Esslöffel Distelöl

Alles zu einer homogenen, cremigen Masse pürieren, zu kleinen Kügelchen formen oder in Förmchen füllen und einfrieren.

Wichtig für Katzen: Verwenden Sie keine normale Kuhmilch, sondern spezielle Katzenmilch oder laktosefreie Varianten. Reichen Sie das Eis nur ab und zu und in kleinen Mengen, und lassen Sie es vor dem Servieren kurz antauen, das schont den empfindlichen Katzenmagen.

Selbstgemachtes Katzeneis als helle Würfel in einer Silikonform und in einer kleinen Keramikschale, im Hintergrund eine neugierige getigerte Katze

Geheimtipp

Die Eisbombe im Luftballon

Füllen Sie einen Luftballon mit Wasser oder ungewürzter Brühe, nicht zu prall, und legen Sie ihn ins Gefrierfach. Ist der Inhalt gefroren, entfernen Sie den Ballon und legen die Eiskugel in eine flache Schale mit etwas Wasser. Weil die Kugel beweglich ist, regt sie zum Spielen an und kühlt dabei ganz nebenbei die Pfoten.

Gut zu wissen

Was nicht ins Tiereis gehört

Manche Zutaten sind für Vierbeiner tabu. Verzichten Sie unbedingt auf Schokolade, Zucker und Süßstoffe, besonders auf Xylit (Birkenzucker), das schon in kleinen Mengen hochgiftig für Hunde ist. Ebenfalls nicht hinein gehören Zwiebeln und Knoblauch, Weintrauben und Rosinen, Salz und Gewürze sowie größere Mengen Milchzucker. Für Katzen gilt zusätzlich: kein rohes Schweinefleisch. Wählen Sie bei Leberwurst eine ungewürzte, für Tiere geeignete Sorte aus dem Fachhandel. Und bei allem Eis gilt: kleine Portionen, gut beobachten und bei empfindlichen oder kranken Tieren vorab die Tierarztpraxis fragen.

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Empfindliche Katzen vor Sonnenbrand schützen

Auch Katzen können einen Sonnenbrand bekommen, vor allem an unbehaarten oder hellen Stellen wie Ohren und Nase. Besonders weiße Samtpfoten sind gefährdet. Bei intensiver Sonne schützt eine speziell für Tiere geeignete Sonnencreme ohne Schad- und Zusatzstoffe die kritischen Partien. Zeigt sich die Haut gerötet, sollten Sie eine Tierarztpraxis aufsuchen.

Fürsorgliche Hände pflegen die Pfote eines hellen Hundes auf einer schattigen Terrasse, daneben liegt entspannt eine getigerte Katze

Teil 5

Pfoten pflegen und im Notfall richtig handeln

Selbst bei bester Vorsorge fordert die Hitze ihren Tribut. Dieser Teil zeigt, wie Sie strapazierte Pfoten pflegen und wie Sie einen Hitzschlag früh erkennen und richtig reagieren.

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Pfoten und Ballen nach heißen Wegen pflegen

Nach einem langen Sommertag sind die Ballen oft trocken und beansprucht, gerade wenn der Weg über warmes Pflaster geführt hat. Prüfen Sie die Pfoten regelmäßig auf Risse und Rötungen und gönnen Sie ihnen eine pflegende Nachbehandlung. Eine sanfte Salbe hält die Haut geschmeidig und unterstützt die tägliche Pfotenpflege.

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Einen Hitzschlag früh erkennen

Je früher Sie gegensteuern, desto besser. Achten Sie auf diese Warnsignale, die bei Hund und Katze ähnlich sind: unruhiges Verhalten, das in Teilnahmslosigkeit übergeht, starkes und schnelles Hecheln, ein beschleunigter Herzschlag, ein taumelnder Gang, eine hohe Körpertemperatur sowie Übelkeit und Erbrechen. Im fortgeschrittenen Stadium reagiert das Tier kaum noch und kann Krämpfe bekommen. Ein Hitzschlag ist immer ein Notfall.

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Im Notfall richtig handeln

Bringen Sie das Tier sofort in den Schatten oder in einen kühlen Raum. Bieten Sie lauwarmes Wasser zum Trinken an, ohne es dazu zu zwingen. Kühlen Sie Pfoten, Beine und Bauch langsam mit feuchten, lauwarmen Tüchern und legen Sie ein feuchtes Tuch in den Nacken. Verwenden Sie kein eiskaltes Wasser, denn ein plötzlicher Kälteschock kann den Kreislauf zusätzlich belasten. Suchen Sie anschließend umgehend eine Tierarztpraxis auf, auch wenn sich das Tier scheinbar erholt hat, denn ein Hitzschlag kann noch Stunden später gefährlich werden.

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Besonders gefährdete Tiere im Blick behalten

Manche Vierbeiner leiden stärker unter Hitze als andere und brauchen früher und mehr Aufmerksamkeit. Dazu zählen kurznasige Rassen wie Mops, Bulldogge und Boxer, außerdem ältere und übergewichtige Tiere, Tiere mit Herz- oder Atemwegserkrankungen sowie Rassen mit besonders dichtem Fell. Wenn ein solches Tier bei Ihnen lebt, planen Sie an heißen Tagen bewusst mehr Ruhe, mehr Schatten und mehr Trinkgelegenheiten ein.

Ein kühler Rückzugsort, frisches Wasser und ein wachsames Auge: Mehr braucht es oft nicht, damit Hund und Katze den Sommer genauso genießen wie wir.

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