Lexikon: Peptide und Anti-Aging-Wirkstoffe von A bis Z

Lexikon: Peptide und Anti-Aging-Wirkstoffe von A bis Z

WISSENSWERTES · LEXIKON · LESEZEIT ETWA 7 MINUTEN

Auf einer Inhaltsstoffliste steht Palmitoyl Heptapeptide-18, und Sie fragen sich, was das sein soll. Dieses Lexikon erklärt 29 Begriffe, die Ihnen in der Anti-Aging-Pflege regelmäßig begegnen, in verständlichem Deutsch und ohne Werbesprache.

Die Begriffe sind alphabetisch sortiert. Wo ein Eintrag auf einen anderen verweist, finden Sie ihn an der entsprechenden Stelle in derselben Liste.

A


Acetylcholin
Botenstoff, mit dem Nervenzellen dem Muskel das Signal zum Zusammenziehen geben. Fast alle „Botox-ähnlichen“ Wirkstoffe setzen an seiner Freisetzung an.

Antioxidans
Substanz, die freie Radikale abfängt, bevor sie Zellbestandteile oder Kollagenfasern angreifen. In der Kosmetik häufig Vitamin C, Vitamin E, Astaxanthin und Pflanzenextrakte.

Argireline
Markenname für Acetyl Hexapeptide-8, entwickelt vom spanischen Labor Lipotec, heute Teil von Lubrizol. Der bekannteste Vertreter der Neuro-Peptide.

Astaxanthin
Roter Farbstoff aus der Mikroalge Haematococcus pluvialis, der auch Lachs und Flamingos ihre Farbe gibt. Zählt zu den starken natürlichen Antioxidantien.

B


Botulinumtoxin
Verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das injiziert wird. In kosmetischen Produkten nicht enthalten und nach EU-Recht auch nicht zulässig.

C


Calciumkanal
Öffnung in der Zellmembran, durch die Calcium in die Nervenzelle einströmt. Der Einstrom löst die Freisetzung des Botenstoffs aus.

Cosmetic Drone
Bezeichnung des Rohstoffherstellers Infinitec für eine Wirkstoffkapsel, die außen ein Erkennungspeptid trägt und dadurch gezielt einen bestimmten Zelltyp ansteuert.

D


Dynamische Falte
Falte, die durch Muskelbewegung entsteht und im entspannten Zustand verschwindet oder schwächer wird. Krähenfüße und die Zornesfalte gehören dazu.

E


Elastin
Strukturprotein des Bindegewebes, das der Haut ihre Dehnbarkeit gibt. Wird im Erwachsenenalter kaum noch neu gebildet.

Epidermis
Fachbegriff für die Oberhaut, die oberste Hautschicht. Ihre äußerste Lage ist die Hornschicht.

Epigenetik
Steuerungsebene über der DNA, die festlegt, welche Gene aktiv sind. Verändert sich im Lauf des Lebens.

Epigenetische Uhr
Rechenmodell, das aus Methylierungsmustern das biologische Alter eines Gewebes schätzt. Hautzellen eignen sich dafür besonders gut.

F


Fibroblast
Bindegewebszelle in der Lederhaut. Stellt Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure her.

Filmbildner
Substanz, die auf der Haut zu einem dünnen Film trocknet und sie optisch strafft. Siehe Tensor-Wirkstoff.

Freie Radikale
Instabile Moleküle, die bei UV-Strahlung, Umweltbelastung und im Stoffwechsel entstehen und Zellbestandteile angreifen.

H


Halbseitentest
Testverfahren, bei dem zwei Produkte auf den beiden Gesichtshälften derselben Person verglichen werden. Schaltet individuelle Unterschiede zwischen Testpersonen aus.

Hexapeptid
Peptid aus sechs Aminosäuren. Ein Heptapeptid hat entsprechend sieben, ein Pentapeptid fünf.

Hornschicht
Äußerste Lage der Oberhaut, etwa 20 Mikrometer dünn und fettreich. Sie ist die eigentliche Barriere, an der viele Wirkstoffe scheitern.

Hyaluronsäure, hydrolysiert
Durch Spaltung verkleinerte Hyaluronsäure mit kürzeren Ketten, die sich besser in der Hornschicht verteilt als die hochmolekulare Form.

I


INCI
International Nomenclature of Cosmetic Ingredients. Weltweit einheitliches Bezeichnungssystem für Inhaltsstoffe, in absteigender Menge sortiert.

K


Kollagen
Strukturprotein des Bindegewebes. Sorgt für Festigkeit. Die Neubildung sinkt ab etwa Mitte zwanzig.

Kupfer-Peptid
Peptid, an das ein Kupfer-Ion gebunden ist. Kupfer wird für Enzyme benötigt, die unter anderem Kollagen- und Elastinfasern miteinander vernetzen.

L


Lederhaut
Die Schicht unter der Oberhaut, fachsprachlich Dermis. Hier sitzen das Kollagennetz und die Fibroblasten.

M


Milchsäure-Glykolsäure-Copolymer
Abbaubares Polymer, seit Jahrzehnten als Trägermaterial in der pharmazeutischen Technologie im Einsatz. In der Kosmetik Hüllmaterial für Wirkstoffkapseln.

N


Nanosphäre
Winziges Trägerkügelchen, meist unter 500 Nanometer, das einen Wirkstoff einschließt und gezielt abgibt.

Neuro-Peptid
Peptid, das auf die Kommunikation zwischen Nerv und Muskel einwirkt. Grundlage der „Botox-ähnlichen“ Kosmetik.

O


ORAC-Wert
Oxygen Radical Absorbance Capacity. Labormessgröße für die Fähigkeit einer Substanz, Sauerstoffradikale zu binden. Je höher der Wert, desto höher die antioxidative Kapazität.

P


Palmitoyl
Vorangestellter Fettsäurerest, der ein Peptid fettlöslicher und stabiler macht. Sie erkennen ihn an der Vorsilbe im INCI-Namen.

Peptid
Kurze Kette aus Aminosäuren. Baustein von Eiweißen und Signalmolekül zwischen Zellen. In der Kosmetik werden vier Familien unterschieden: Neuro-, Signal-, Träger- und enzymhemmende Peptide.

S


Seneszente Zelle
Alte Zelle, die sich nicht mehr teilt, aber weiterhin Signalstoffe abgibt, die das umliegende Gewebe belasten.

Skin Longevity
Betrachtungsweise, die Hautpflege auf langfristige Hautgesundheit, Barrierefunktion und Vorbeugung ausrichtet statt auf kurzfristige optische Korrektur.

SNAP-25
Protein, das für die Verschmelzung von Signalbläschen mit der Zellmembran gebraucht wird. Argireline bildet sein Ende nach und tritt damit in Konkurrenz.

SNARE-Komplex
Proteinverbund, der Signalbläschen mit der Zellmembran verschmelzen lässt. Ansatzpunkt vieler Neuro-Peptide.

Spilanthol
Inhaltsstoff der Parakresse, botanisch Acmella oleracea. Erzeugt ein leichtes Prickeln und soll unwillkürliche Muskelbewegungen dämpfen.

Statische Falte
Dauerhaft eingegrabene Falte, auch bei völlig entspanntem Gesicht sichtbar.

T


Tensor-Wirkstoff
Sammelbegriff für sofort straffende Filmbildner, meist Biopolymere oder Algenpolysaccharide. Der Effekt hält bis zur nächsten Reinigung.

Cremetiegel, frische Meeresalgen und zwei Glasampullen auf nassem dunklem Stein | Naturpräparate Dieterich

PASSEND ZUM THEMA

Cremes mit „Botox-Effekt“: Was Peptide wirklich können und was nicht

Der große Wirkstoff-Ratgeber: wie die Peptide wirken, was Studien zeigen und wo die Grenzen liegen.

Zum Ratgeber

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder dermatologische Beratung. „BOTOX“ ist eine eingetragene Marke der AbbVie Inc. beziehungsweise ihrer Tochtergesellschaften. Angaben zu Inhaltsstoffen können sich ändern. Maßgeblich ist immer die Kennzeichnung auf der Verpackung.



Mehr Beiträge